Forced Abroad

Die 1940 durch das NS-Regime veranlasste Bombardierung Rotterdams hinterlässt die historische Altstadt in Schutt und Asche. Vielen Bewohner*innen der Stadt bleibt nichts außer Hunger, Verzweiflung und Leid. Doch als ob damit noch nicht genug Schaden angerichtet wäre, starten die Deutschen vier Jahre später die „Aktion Rosenstock“, eine Razzia, im Zuge derer über 50.000 niederländische Männer im Alter zwischen 17 und 40 zur Zwangsarbeit deportiert werden.

Inmitten dieser Geschehnisse lebt der 19-jährige Jan de Boer mit seiner Familie – durch einen glücklichen Zufall gelingt es dem Jungen, der Verschleppung durch die Nazis zu entgehen. Seine Eltern leiden jedoch sehr unter der deutschen Besatzung und kämpfen täglich darum, genug Essen auf den Tisch zu bringen. Während Jan sich versteckt, arbeitet sein Vater hart, um die Familie zu versorgen und so steigt der Unmut innerhalb der Familie stetig an. Bald schon sehen Jans Eltern in ihrem Sohn nur noch einen Feigling mit einem zu füllenden Magen und so nötigen sie ihn dazu, sich selbst im Tausch gegen Verpflegung für seine Eltern nach Dachau in den Arbeitsdienst der Nazis deportieren zu lassen.

Getrennt von seiner Geliebten Annie durchlebt Jan in den kommenden Monaten die Hölle: In ständiger Angst lebend, klirrender Kälte ausgesetzt und oft nur schimmlige Nahrung erhaltend, versucht er gemeinsam mit Lucas, einem Freund, den er auf dem Weg nach Dachau gewinnt, zu überleben. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die Nazis sind gnadenlos und jedes falsche Wort oder Fehlverhalten wird aufs Härteste geahndet. Wie lange kann er sich unterwerfen und gute Miene zum bösen Spiel machen, ohne sich selbst so weit zu verraten, dass es nichts mehr gibt, wofür es sich zu überleben lohnt?