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Österreich, frühes 20. Jahrhundert, wir befinden uns im Vorabend des Ersten Weltkriegs, in der Wiener Moderne. Eine Zeit geprägt von politischem Kalkül und Machtvorstellungen, jedoch auch von Kunst, Kultur, Musik und wissenschaftlichen Bestrebungen. Letztere werden in The Lion’s Song in den Fokus genommen.

Das retroartige Point-and-Click-Adventure erzählt in vier Episoden die Abenteuer und persönlichen Lebensgeschichten von Wilma, Franz und Emma, die danach streben, in ihrer Disziplin eine Spur zu hinterlassen:
Wilma Dörfl ist Musikstudentin, sehr talentiert und von ihrem Professor gefördert; so sehr, dass sie, als sie ein Konzert schreiben soll, eine Schreibblockade bekommt und versucht, in den Bergen Ruhe, sich selbst und Das Lied des Löwen zu finden.
Franz Markert hingegen ist ein aufstrebender Künstler und in der Wiener Szene insbesondere für seinen expressionistischen Stil bekannt. Er ist in der Lage, die Ängste, Sorgen und Gefühle seiner Modelle zu erkennen und durch seine Pinselstriche seine Perspektive auf die Gesellschaft sowie die Menschen darin auf die Leinwand zu bringen. Doch das ist nicht immer nur von Erfolg gekrönt und führt ihn u.a. zu einer Begegnung mit Sigmund Freud.
Die letzte der drei ist Emma Recniczek, eine junge Mathematikerin, die sich mit ihren mathematischen Theorien zur Veränderung Gehör verschaffen möchte, u.a. in einem angesehenen Herrenclub führender Wissenschaftler ihrer Zeit. Doch Emma muss erleben, dass ihre Perspektive als Frau nicht gewünscht ist und daher erst Zugang zum Club findet, als sie sich als Mann verkleidet.

Je nach dem, welche Entscheidungen die Spielenden in den Kapiteln treffen, verändert sich nicht nur die Geschichte der einen, sondern auch der anderen Figuren. Erst im vierten Kapitel werden die Handlungsstränge zusammengeführt und miteinander verwoben, sodass sich ein tiefer gehender Einblick für die Spielenden in die Kunst- und Wissenschaftsszene des 20. Jahrhunderts eröffnet.

The Lion’s Song wurde u.a. mit dem Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie Bestes Indie-Game (2016) und dem futurezone Award als Bestes Spiel des Jahres (2016) ausgezeichnet.