“I’m a creep. I’m a weirdo. What the hell am I doing here? I don’t belong here…” – Radiohead

Mit diesen Worten und der traurigen Melodie einer akustischen Gitarre verleiht die 24-jährige Alex Chen ihren Gefühlen des „Nicht-Dazugehörens“ Ausdruck. Auf der Suche nach einer Konstanten in ihrem zerrütteten Leben, die ihr etwas Halt geben kann, kehrt sie nach acht Jahren der Trennung zu ihrem großen Bruder Gabe zurück. Dieser lebt im friedlichen Haven Springs, Colorado, wo Alex auch genau das findet, was ihr so lange gefehlt hat: Einen Ort, an den sie gehört, mit Menschen, denen sie etwas bedeutet. Sie wird mit offenen Armen aufgenommen, beginnt in der lokalen Kneipe zu kellnern und zum ersten Mal in ihrem Leben scheint alles so zu laufen, wie es soll – bis zu Gabes Tod.  

Um diesen zu verarbeiten, versucht die hoch sensible Alex Erklärungen für die Hintergründe des Erdrutsches zu finden, der ihr ihren gerade zurückgewonnen Bruder genommen hat, und bringt dabei in vielen Bewohnern der Kleinstadt die unterschiedlichsten Emotionen zum Vorschein. Während sie immer wieder Gefahr läuft, von diesen Gefühlen überwältigt und erdrückt zu werden, lernt sie ihre extreme Form der Empathie auch für sich zu nutzen, um Menschen um sich herum zu helfen, sie zu beeinflussen oder um mehr über sie und ihre Vergangenheit zu erfahren. Dabei bleibt die Frage stets bestehen, ob ein so großes Maß an Mitgefühl noch ein Segen oder schon fast eher ein Fluch ist und wo noch Platz für Alex‘ eigene Gefühle bleibt. Doch schon bald hat sie ganz neue Sorgen, als sie auf ein dunkles Geheimnis stößt, das sie tief in die Mienenschächte von Haven Springs führt. Dort beginnt sie zu verstehen, dass der Tod ihres Bruders nur ein kleines Puzzleteil in einer alten Geschichte voller Täuschungen, Verrat und Lügen ist und es Leute gibt, die bereit sind, alles dafür zu tun, dieses Geheimnis auf ewig in den Minen zu begraben…