Nachrichtenmacher
- Publisher: Team Medienkompetenz des SWR (in Kooperation mit: DASDING, Planet Schule, Familie Online, X-Lab)
- Veröffentlichungsjahr: 2025
- Plattform: Browserspiel
- Link: https://www.planet-schule.de/mm/newsgame/
- Geeignet für: Ab Klasse 8
- Fachbezug: Gemeinschaftskunde, Deutsch, Medienbildung
„Be first but first be sure“
Diesem Leitsatz folgend tauchen die Spielenden im Lernspiel Nachrichtenmacher in die faszinierende Welt einer Nachrichtenredaktion ein. Das Spiel bietet Schüler*innen die Möglichkeit, die Herausforderungen eines Nachrichtenteams hautnah zu erleben. Sie treffen selbst Entscheidungen darüber, welche News medienwirksam genug sind, um in den engeren Kreis der gesendeten Nachrichten aufgenommen zu werden.
Zu Beginn des Spiels wählen sie einen von drei Tagen aus, die realen Daten aus der Geschichte entsprechen und entsprechende Ereignisse aufgreifen. Für den gewählten Tag übernehmen sie dann die Arbeit einer*s Nachrichtenredakteurin*s. Dabei wählen sie für eine Radiosendung per Point-and-Click-Steuerung aus einer Vielzahl von Meldungen die aus ihrer Sicht relevantesten aus. Wichtig ist dabei auch, die Zielgruppe im Auge zu behalten: Kann für sie die Information über eine Zugverbindung außerhalb des Sendegebiets überhaupt nützlich sein? Oder interessieren sich die – vornehmlich 14- bis 29-jährigen – Hörer*innen der Sendung vielleicht doch eher für einen Beitrag zu den psychischen Auswirkungen von TikTok und Co.? Die Auswahl der daraufhin gesendeten Nachrichten sollte also auf die Lebenswelt und Interessen der Hörer*innen zugeschnitten sein.
Durch die Anleitung von Kollegin Lena lernen die Spieler*innen wichtige Kriterien wie Relevanz, Aktualität und Glaubwürdigkeit plötzlich eintreffender Meldungen zu bewerten und erhalten das nötige Handwerkszeug für das Erkennen seriöser Quellen. Im Anschluss gilt es, im Hörfunkstudio technische Hürden wie das Anklicken von Intro, Jingles und Outro zu meistern und die ausgewählten Nachrichten zu präsentieren. Abschließend erhalten sie am Ende jeder Spielrunde eine Bewertung und – sollte ihre Auswahl die Kriterien noch nicht hinreichend erfüllen – Tipps, die die noch nicht erkannten Prinzipien fokussieren und zum weiteren Reflektieren anregen.
Wie werden sich die Spielenden als Nachrichtenredakteur*innen schlagen? Für das Berichten welcher Nachrichten werden sie sich entscheiden? Und gelingt es ihnen im Laufe des Spiels vielleicht sogar, die eine oder andere Fake News aufzudecken?
Nachrichtenmacher eignet sich für den Einsatz im Gemeinschaftskunde- und Deutschunterricht ab Klasse 8. Durch die darin vermittelten Grundlagen der Medienpsychologie und Nachrichtenproduktion bietet es darüber hinaus Potenziale für die Leitperspektive Medienbildung.
Im Gemeinschaftskundeunterricht bietet der Nachrichtenmacher eine wertvolle Möglichkeit, das Verständnis für Demokratie und die Rolle von Medien in Bezug auf Politik zu vertiefen. Schüler*innen können die Bedeutung von Nachrichten für die Meinungsbildung in einer Demokratie kennenlernen, wenn sie z. B. vor die Wahl gestellt werden, über eine Studie zu berichten, die behauptet, E-Autos seien brandanfällig, oder diesen Bericht zu verweigern. Sollte diese Meldung die Spielenden inhaltlich irritieren, können sie ihre Zweifel im Spiel äußern, indem sie entsprechende Quellen anfordern. Nach näherer Beleuchtung durch das Zwei-Quellen-Prinzip (Gibt es eine weitere Quelle, die das Gleiche berichtet?) stellt sich diese Meldung als unseriös heraus. Durch das Spiel kann so das Bewusstsein der Lernenden für die Rolle der Medien als „vierte Gewalt“ in einer Demokratie gefördert werden. Im Unterricht können die Lernenden recherchieren, wie unterschiedliche Medien über politische Ereignisse berichten. Anschließend können sie für Fälle, in denen die Berichte unterschiedlich ausfallen, Hypothesen dazu anstellen, warum der Blick auf und die Darstellung von politischen Ereignissen so ungleich sind. Auf diese Weise können sie die Vielfalt an Interessen und Positionen innerhalb der Medienlandschaft entdecken. Um dieses Phänomen erfahrbar zu machen, können die Lernenden dazu motiviert werden, selbst angelehnt an die Spielmechaniken in die Rolle verschiedener Medienproduktionen zu schlüpfen und dabei eine spezifische, ihnen zugeteilte mediale Grundhaltung einzunehmen, um z. B. die Vorgehensweise der Boulevardpresse erfahrungsbasiert zu beleuchten. Dies kann die Reflexionsfähigkeit über Medien anregen und das Verständnis für die Rolle von Medien in der Meinungsbildung vertiefen.
Das Spiel lässt sich außerdem im Deutschunterricht einsetzen, um die selbstständige Nutzung und Aufbereitung des Textformats journalistischer Bericht anzubahnen. Lernende werden im Spiel mit verschiedenen authentischen Meldungen aus Politik, Bildung, Sport etc. konfrontiert, welche zum Anlass für eine produktionsorientierte Auseinandersetzung mit dem Thema Nachrichten und Medien genommen werden können. So können Schüler*innen ausgehend von den im Spiel verankerten Informationen tiefergehende Recherchen zu ausgewählten Themen betreiben und anschließend eine Nachricht zu einem Thema planen, formulieren und überarbeiten. In der Planungsphase können dabei Aspekte wie die Adressat*innenorientierung (z. B. durch thematische Schwerpunktsetzung oder sprachliche Gestaltung) oder die strukturelle Gliederung der Nachricht (durch Orientierung an existierenden Nachrichtentexten) fokussiert werden. Auf diese Weise können Lernende ein Gespür für sprachliche Gestaltungsmittel und die formalen Elemente journalistischer Texte entwickeln. Das schriftliche Verfassen der Nachricht trägt den Vorteil mit sich, dass die entstandenen Texte abschließend mit den im Spiel verarbeiteten, tatsächlich veröffentlichten Nachrichten verglichen und auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht werden können.
Fächerübergreifend kann der Nachrichtenmacher für die Leitperspektive der Medienbildung als praktisches Beispiel zur Vermittlung von Medienkompetenz dienen. Schüler*innen werden ermutigt, die Quellen von Informationen sorgfältig zu prüfen, und darin geschult, die Glaubwürdigkeit und Seriosität von Medienangeboten kritisch zu hinterfragen. Im Unterricht können Schüler*innen unterschiedliche Nachrichtenquellen untersuchen und deren Glaubwürdigkeit bewerten, indem sie das im Spiel angewandte Zwei-Quellen-Prinzip (in Einzelarbeit) und das ebenfalls grundlegend erklärte Vier-Augen-Prinzip (in Partner*innen-/Gruppenarbeit) selbst nutzen. Nachdem sie die Nachricht auf ihre Glaubwürdigkeit geprüft haben, können sie sich über ihre Auffassungen austauschen und Argumente für die eigene Lesart anbringen, um im Diskurs einen gemeinsamen Konsens auszuhandeln. Ggf. kann sich vertiefend mit den Gründen für das Zustandekommen unterschiedlicher Wahrnehmungen der Nachricht auseinandergesetzt werden. Das Spiel sensibilisiert so für die Mechanismen der Nachrichtenproduktion und die Verantwortung von Medienschaffenden gegenüber der Gesellschaft.
Auf der Internetseite von „planet schule“, auf der das Spiel gespielt werden kann, steht weiterführendes Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I (https://www.planet-schule.de/thema/nachrichtenmacher-unterricht-sek1-100.html) sowie für die Sekundarstufe II (https://www.planet-schule.de/thema/nachrichtenmacher-unterricht-sek2-100.html) bereit. Interessierte können nach dem Spielen außerdem einen „Blick ins Studio“ werfen und sich das Reel zum Lernspiel ansehen, welches Lernenden einen Einblick in den Entstehungsprozess von Nachrichten bei DASDING gewährt.

