Eiszeitwelten
- Publisher: Playing History
- Veröffentlichungsjahr: 2023
- Plattform: Android, iOS
- Geeignet für: Klasse 3-6
- Fachbezug: Sachunterricht, Biologie, Geographie, Geschichte
Jäger*in, Sammler*in oder irgendwie beides? Wie der Alltag in der Welt von Neanderthaler*innen ausgesehen haben könnte und mit welchen tagtäglichen Aufgaben sie konfrontiert waren, kann durch eine spielerische Entdeckungsreise in die eisigen Eiszeitwelten von vor 50.000-30.000 Jahren realisiert werden.
Das Serious Game Eiszeitwelten bietet den Spielenden die Möglichkeit, die Zeit von Mammut, Wollnashorn und Co. aus der Perspektive eines Kindes zu erleben. In der Rolle des Kindes Siku durchleben die Spielenden drei unterschiedliche Welten, erkunden dort Flora und Fauna der Eiszeit und werden dabei mit unterschiedlichen Aufgaben konfrontiert: Beeren und Pilze sammeln, aus Stöcken und Steinen Werkzeuge herstellen oder sogar der Jagd nach Wildtieren. In der ersten Welt mit dem Titel „Die Prüfung“ müssen die Spielenden beispielsweise Mutproben bewältigen, um als Stammesmitglied aufgenommen zu werden. Hierbei erhalten sie Sammel-, Konstruktions- und Jagdaufträge, um ihren Mut unter Beweis zu stellen: Wo befindet sich wohl der Pyritstein, um das wärmende Feuer in der Höhle zu entfachen? Was kann aus einem Geweih und Bruchsteinen hergestellt werden? Und wo ist das Mammut, dessen Elfenbein zur Herstellung eines glücksbringenden Talismans benötigt wird?
Jedes gefundene oder erjagte Objekt wird in einem virtuellen Beutel gesammelt und kann später eingesetzt oder mit anderen Objekten zur Herstellung von Gegenständen genutzt werden. Zu jedem Objekt wird zudem ein kleiner instruierender Sachtext dargeboten, der das Objekt und dessen Verwendung sowie dessen Bedeutsamkeit für das alltägliche Leben der Neanderthaler*innen hervorhebt. Es bleibt den Spielenden jedoch selbst überlassen, ob die Aufträge des Stammes erfüllt werden oder aber, ob ein freies Erkunden der Eiszeitwelt nicht verlockender wäre.
Das Spiel wurde als Verbundprojekts zwischen dem Neanderthal Museum (www.neanderthal.de), dem Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren (www.urmu.de) und der Fundstelle Vogelherd ins Leben gerufen. Gespielt werden kann das Spiel ergänzend zur Ausstellung vor Ort im Museum, aber auch ortsunabhängig zuhause oder in der Schule. Erwähnenswert ist zudem, dass das Spiel mit barrierefreien Mechaniken, z.B. hinsichtlich Sehfähigkeit und der Sprache aufwartet und so den Einsatz auch in besonders heterogenen Settings niederschwellig möglich macht. Lust auf eine Zeitreise? Dann zieht euch warm an und entdeckt die Geheimnisse der Eiszeit!euch warm an und entdeckt die Geheimnisse der Eiszeit!
Eiszeitwelten eignet sich insbesondere für den Einsatz im Sachunterricht der Grundschule oder für die weiterführenden Fachbereiche der Unterstufe wie Geschichte, Erdkunde und Biologie.
Die Beschäftigung mit der Zeit der Neanderthaler*innen bietet Potenziale zur Auseinandersetzung mit dem Leben vor rund 50.000 Jahren. Für den Einsatz im Sachunterricht erscheint es zunächst sinnvoll, die Schüler*innen auf eine virtuelle Entdeckungsreise zu schicken, indem sie sich in den verschiedenen Eiszeitlandschaften umsehen, Gegenstände entdecken, ein Gefühl für die Räume wie beispielsweise die heimeligen Höhlen entwickeln und mit Stammesmitglieder*innen reden. Diese erste Erkundung eignet sich besonders, um sich grundlegendes Wissen über die Eiszeit anzueignen, indem verschiedene Entdeckungen gesammelt und beispielsweise auf einem Poster mit Hilfe einer Mindmap notiert werden. Hierbei helfen vorgegebene Oberbegriffe wie „Nahrung“, „Alltag“, „Familie“ oder „Waffen und Werkzeuge“. Sobald die Spielenden passende Objekte im Spiel entdecken, können sie im virtuellen Beutel gesammelt und die entsprechenden Begriffe parallel auf der Mind-Map vermerkt werden. Die eingangs erwähnten beschreibenden Sachtexte, die bei der Ansicht der Objekte im Sammelbeutel präsentiert werden, unterstützen bei der Einordnung der Objekte und geben zusätzliche Informationen zur Bedeutung für die Menschen der damaligen Zeit. Die spielinhärenten Arbeitsaufträge können die Erkundungsphase durch den Aufgabenfokus strukturieren und eine freie Exploration ergänzen, da sich die Spielenden auch bei der Aufgabenbewältigung implizit Wissen über das Leben früher aneignen.
Von dieser ersten mehr oder weniger stark angeleiteten Erkundungsphase eignet sich das Serious Game hervorragend, um Vergleiche zwischen dem Leben früher und heute zu ziehen. Hierzu können die vorab festgelegten inhaltlichen Kategorien wie Familie, Alltag oder Ernährung dienlich sein, da die Spielenden spezifische Erkenntnisse über das Leben der Neanderthaler*innen in der Eiszeit bereits gesammelt und schriftlich fixiert haben. Davon ausgehen können lebensweltliche Bezüge hergestellt werden, indem Vergleiche zwischen der heutigen Lebenswelt der Kinder und den im Spiel gefundenen Elementen angeregt werden. Hierbei unterstützen Frageimpulse, die individuelle Antwortmöglichkeiten zulassen: Wie wohnten die Menschen in der Eiszeit, wie wohnst du heute? Was isst du gerne, welche Nahrungsquellen hatten die Menschen in der Eiszeit? Welche Aufgaben hast du zuhause und was muss das Kind aus der Eiszeit tun? Welche Musikinstrumente gab es in der Eiszeit, welche kennst du heute?
Um die Vergleichsaufgaben zu unterstützen, empfiehlt es sich, spielbegleitende Materialien zu erstellen, die die Vergleiche beispielsweise mit Hilfe einer Tabelle zur systematischen Gegenüberstellung unterstützen. Wird das Spiel länger gespielt, bietet sich ein „Zeitforscher*innen-Notizbuch“ als Arbeitsheft an, das die Lernenden parallel zum Spielen führen.

