kluug
- Publisher: LEAD Lernen digital GmbH
- Veröffentlichungsjahr: 2022
- Plattform: Windows, iOS, Android
- Altersfreigabe: Ab 4 Jahren
- Geeignet für: Ab Klasse 1
- Fachbezug: Deutsch
An einem Tablet spielen und dabei Lesen lernen?
Genau hier setzt die Leseförder-App kluug an. Die Spielenden arbeiten sich allein oder zu zweit durch acht verschiedene Lesespiele und lösen dabei Aufgaben zu Buchstaben, Silben, Wörtern, Sätzen und ganzen Texten. Zu Beginn erläutern kurze Erklärvideos Schritt für Schritt, wie die einzelnen Spiele funktionieren. Die Spielanleitungen sind in acht Sprachen verfügbar, darunter Arabisch, Türkisch, Ukrainisch und Englisch. So können die Lernenden selbstständig herausfinden, was zu tun ist. Hinter den spielerischen Aufgaben steht ein wissenschaftlich fundiertes Konzept zur Leseförderung, das sich an zentralen Ansätzen der modernen Lesedidaktik orientiert, wie sie unter anderem von Steffen Gailberger und Cornelia Rosebrock geprägt wurden.
Zu Beginn durchlaufen die Lernenden einen kurzen digitalen Eingangstest, der ihren aktuellen Lesestand ermittelt. Auf dieser Grundlage werden passende Schwierigkeitsstufen freigeschaltet, sodass die Aufgaben weder über- noch unterfordern. Die Lesespiele bauen in drei Bereichen daraufhin systematisch aufeinander auf und können sukzessive freigespielt werden. Im ersten Bereich steht das Fundament des Lesens im Mittelpunkt: Die Spielenden setzen Buchstaben zusammen, erkennen Buchstabenformen oder entdecken die Struktur von Silben. Daraufhin folgen Spiele auf der Wortebene, in denen beispielsweise Wortbausteine zu neuen Wörtern zusammengesetzt werden. In einem weiteren tauchen verschiedene Monster auf, die für unterschiedliche Wortfamilien stehen – diese fressen gern Wörter-Fliegen, die die Spielenden ihnen richtig zuordnen müssen. Im dritten Bereich stehen Sätze und ganze Texte im Fokus: So gilt es etwa, einen fiesen Bücherwurm durch genaues Lesen zu besiegen oder in einem Detektivspiel einen „Verbrecher” zu überführen, indem passende Textstellen den richtigen Verdächtigen zugeordnet werden. Das achte Spiel erinnert an einen Escape-Room: Um sich durch verschiedene Räume zu spielen, müssen Fragen zu einem gelesenen Text beantwortet werden – allerdings gilt es nicht, die richtige Antwort zu finden, sondern die, die nicht zum Text passt.
Ergänzt wird das Angebot durch eine integrierte Hörbibliothek, in der die Spielenden Geschichten hören und den Text gleichzeitig mitlesen können. Als zusätzliche Motivation können sie darüber hinaus einen eigenen Avatar wählen, der sie durch die verschiedenen Lesespiele begleitet. Wer Aufgaben erfolgreich löst, sammelt Cookies und kann damit neue Avatare freischalten.
So kann zum Schluss getrost gefragt werden: Liest du noch oder spielst du schon kluug?
Die Leseförderanwendung kluug eignet sich aufgrund ihres niedrigschwelligen Zugangs und spielerischen Gestaltung der Lernaufgaben sowie differenzierten Schwierigkeitsstufen besonders gut für den Einsatz im Deutschunterricht der Grundschule ab Klasse 1. Die verschiedenen Lesespiele ermöglichen es, zentrale Teilkompetenzen des Lesens systematisch aufzubauen und zu festigen.
Ein naheliegendes Einsatzszenario ergibt sich für Phasen der Freiarbeit oder Wochenplanarbeit: Nach einem kurzen Eingangstest erhalten die Lernenden automatisch zu ihrem Lernstand passende Schwierigkeitsstufen und können selbstständig und gleichzeitig auf ihrem jeweiligen Niveau arbeiten. Während einige Lernende noch grundlegende Leseübungen bearbeiten, lösen andere so bereits anspruchsvollere Aufgaben zum Textverständnis. Die App eignet sich daher gut zur Differenzierung, ohne dass zusätzliche Materialien vorbereitet werden müssen. Besonders sinnvoll ist zudem der Einsatz des Mentor*innenprinzips. Da die Spiele im Tandem gespielt werden können, kann ein*e geübte*r Leser*in gemeinsam mit einem weniger geübten Kind die Spiele durchlaufen. Dabei müssen sich beide über Lösungen austauschen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Dadurch wird nicht nur die Lesekompetenz gefördert, sondern auch das Gespräch über Wörter und Texte angeregt. Durch das Sammeln von Cookies und das Freischalten neuer Avatare nach erledigten Aufgaben wird darüber hinaus ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, sich intensiv mit den Leseaufgaben auseinanderzusetzen, was besonders motivierend wirken kann.
Auch im Förderunterricht kann kluug gezielt eingesetzt werden. Schüler*innen mit Schwierigkeiten beim Lesen können hier grundlegende Lesestrategien trainieren und mitunter ihr syntaktisches Satzverständnis verbessern. So versucht in einem Spiel ein Bücherwurm die Schüler*innen in eine Falle zu locken – dabei präsentiert er ihnen anfangs unterschiedliche Sätze, die sie lesen müssen. Daraufhin liest eine Stimme aus dem Off die Sätze mal in korrekter, mal in falscher Wortreihenfolge vor. Die Lernenden müssen nun entscheiden, ob das Gehörte mit dem präsentierten Satz übereinstimmt. Durch den spielerischen Charakter bleibt das Üben dabei motivierend und wird nicht als reine Fördermaßnahme wahrgenommen.
Kluug kann zudem in Willkommensklassen oder sprachlich heterogenen Lerngruppen unterstützend eingesetzt werden. Die mehrsprachigen Erklärvideos erleichtern den Einstieg und ermöglichen es auch Kindern, die erst seit kurzer Zeit Deutsch lernen, sich schnell zurechtzufinden und erste Leseerfahrungen zu sammeln. Eines der Spiele bietet zudem einen niedrigschwelligen Einstieg für Lernende, die mit dem lateinischen Schriftsystem noch nicht vertraut sind: So setzen Lernende darin die Bestandteile von Buchstaben aus einzelnen Linien wie ein Puzzle zusammen. Dabei erhalten sie einen sogenannten „Bauplan der Buchstaben”, wodurch sie deren Aufbau selbstgesteuert kennenlernen und im eigenen Tempo nachvollziehen können. Zahlreiche Spiele bieten sich ebenso für Lernende mit Deutsch als Zweitsprache an, die mitunter die Übung korrekter Wortbetonung oder die morphologische Zusammensetzung von Wortbestandteilen anregen.

