Little Impacts


- Publisher: Quantumfrog
- Veröffentlichungsjahr: 2024
- Plattform: Android, iOS, macOS
- Altersfreigabe: USK 0
- Geeignet für: Ab Klasse 3
- Fachbezug: Sachunterricht, Ethik/Philosophie, Religion, Biologie, AES, Klima & Umwelt, BNE
Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Nachhaltigkeit? Warum ist sie so zentral für unsere Zukunft? Wie kann jede*r Einzelne aktiv die Umwelt beeinflussen? Und vielleicht die wichtigste Frage: Kann man allein tatsächlich etwas bewirken?
Das serious game Little Impacts lädt dazu ein, sich auf spielerische Weise mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, wobei es mit seinen liebevoll handgezeichneten Artworks, authentischen Charakteren, humorvollem Storytelling und einer einladenden Spielatmosphäre verzaubert.
Die Spielenden tauchen ein in die Geschichte der jungen Umweltaktivistin Leah und ihres starrsinnigen Vaters Rolf, der dem Thema Nachhaltigkeit sehr skeptisch gegenübersteht: Während Leah davon überzeugt ist, dass jede*r Einzelne*r nachhaltiger leben sollte, um Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen, ist ihr Vater der Ansicht, dass nur Unternehmen und die Politik einen wirksamen Einfluss haben können und weigert sich, seinen Alltag nachhaltiger zu gestalten. Beim jährlichen Familientreffen kommt es schließlich zum Streit und am Ende beschließen alle Familienmitglieder, außer Leahs Vater Rolf, bis zum nächsten Treffen einen nachhaltigeren Lebensstil zu etablieren.
Die Spieler*innen unterstützen Leah und ihre Familie in fünf Kapiteln auf ihrem Weg, indem sie kleinere Rätsel lösen und versuchen, den Alltag der Familie nachhaltiger zu gestalten. In jedem Kapitel werden dabei unterschiedliche Facetten der Nachhaltigkeit beleuchtet: So helfen die Spielenden etwa Leahs Cousine Mailin im zweiten Kapitel bei der Suche nach einer nachhaltigeren Wohnung oder lernen im vierten Kapitel gemeinsam mit Leahs Mutter Britta die Bedeutsamkeit der Mülltrennung und die Vorteile von Zero Waste kennen – dem Bestreben, im Alltag möglichst wenig Abfall zu produzieren und Rohstoffe zu schonen, um die Umwelt zu schützen.
Wird es den Spielenden gelingen, die Familie auf dem Weg in ein nachhaltigeres Leben zu unterstützen? Und lässt sich im Laufe des Spiels auch Leahs Vater für einen nachhaltigeren Lebensstil gewinnen?
Das serious game eignet sich besonders, um Schüler*innen ab Klasse 3 bis zur Sekundarstufe II an das Thema Nachhaltigkeit heranzuführen. In Little Impacts werden in erster Linie die ökologische Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt und sowohl grundlegende als auch komplexere ökologische Themenbereiche abgedeckt. Das Spiel greift den Umgang mit Fragen des Klima- und Umweltschutzes und die Verantwortung jeder*s Einzelnen auf, was zahlreiche Anknüpfungspunkte für Bildungsinhalte in den Fächern Sachunterricht, Ethik/Philosophie, Religion, Biologie oder auch im Wahlpflichtfach Alltagskultur, Ernährung, Soziales (AES) zulässt und zudem fächerübergreifend die Leitlinie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bedient. Durch die Gliederung in fünf Kapitel, die jeweils einen Aspekt der Nachhaltigkeit thematisch fokussieren und eine Gesamtspieldauer von ca. 30 Minuten lässt sich das Spiel problemlos in eine Unterrichtsreihe einbinden.
Im Sachunterricht ab der 3. Klasse sowie weiterführend im Biologieunterricht der Sekundarstufe bietet Little Impacts vielfältige Möglichkeiten, um über Themen wie Müll und Konsum, nachhaltige Nutzung von Ressourcen und Mobilität zu sprechen.
In einer Unterrichtseinheit zum Themenbereich Müll und Konsum können Schüler*innen anhand einzelner Kapitel dazu angeregt werden, sich mit den Themen Mülltrennung, Zero Waste und Konsum auseinanderzusetzen. So sollen sie etwa Leahs Mutter Britta dabei unterstützen, den Verpackungsmüll des letzten Einkaufs ordnungsgemäß zu entsorgen und begleiten sie bei einem Einkauf in einem Unverpackt-Laden, um zu erfahren, wie auf diese Weise Verpackungsmüll vermieden werden kann.
Ausgehend von diesen Szenen können Schüler*innen etwa die Mülltrennung im Schulalltag genauer untersuchen. Trennen sie selbst ihren Müll im Klassenzimmer? Wie sieht ihr eigener Konsum aus bzw. wie viel Müll produzieren sie täglich? Und wie können sie dazu beitragen, dass weniger Müll entsteht? Vor dem Hintergrund dieser Frage wäre auch ein ergänzender Besuch in einem Unverpackt-Laden denkbar.
Das Spiel kann daher als Ausgangspunkt genutzt werden, um im Unterricht die Fähigkeit zu fördern, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen, gegebenenfalls zu verändern, und ein tiefes Verständnis für die Interdependenzen von Konsum und Nachhaltigkeit zu entwickeln.
Darüber hinaus bestehen Lernpotenziale in den Bereichen nachhaltige Mobilität und nachhaltige Nutzung von Energie und Ressourcen: Spieler*innen handeln im zweiten Kapitel in einer beratenden Rolle und suchen für Leahs Cousine Mailin eine möglichst energieeffiziente Wohnung, die gleichzeitig in der Nähe von Mailins Arbeitsplatz liegen soll, sodass sie diese zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln auf eine nachhaltige Weise erreichen kann. Die Frage der Anreise zum Arbeitsplatz kann im Unterricht aufgegriffen und in die Lebenswelt der Schüler*innen übertragen werden, indem deren eigene Mobilität fokussiert wird: Welche Verkehrsmittel werden auf dem Weg zur Schule genutzt? Gibt es Fahrgemeinschaften?
Darüber hinaus kann auch die Frage einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen aufgegriffen und auf den Schulalltag übertragen werden, indem etwa gemeinsam Verhaltensregeln für den Klassenraum aufgestellt werden, um Energie und Ressourcen zu sparen. Wie ist der Umgang mit Energie in der Klasse? Wann wird das Licht ein-/ausgeschaltet? Wie lüftet man richtig? Kann die Heizung im Sommer ausgeschaltet werden?
Auch die Vorteile einer fleischlosen Ernährung in Bezug auf die Umwelt werden beleuchtet, wenn Leah ihrem Vater gegenüber darstellt, wie viele Ressourcen eine tierische Ernährung und die damit zusammenhängende Viehzucht im Vergleich zu einer rein pflanzlichen Ernährung verlangt. Im Fach Alltagskultur, Ernährung und Soziales können basierend auf diesem Beispiel Prozesse und Phasen in der Nahrungsmittelproduktion hinsichtlich der dafür benötigten Ressourcen beleuchtet und reflektiert werden. Spieler*innen können darüber hinaus ausgehend von der Annahme Leahs Vaters Rolf, man könne den täglichen Proteinbedarf ausschließlich über die Zufuhr von Fleisch hinreichend decken und dem daraus entstehenden Konflikt zwischen ihm und Leah, alternative Ernährungsformen wie die vegetarische oder vegane Ernährungsweise recherchieren, charakterisieren und bewerten. Ergänzend können sie bereits im Unterricht behandelte Ernährungsempfehlungen und -regeln (z.B. Ernährungspyramiden) mit der Spielhandlung verknüpfen oder individuelle Essgewohnheiten und Ernährungsmuster reflektieren und vergleichen.
Neben den Vor- und Nachteilen verschiedener Diätformen hinsichtlich einer gesunden Ernährung können die Schüler*innen auch darüber diskutieren, inwiefern diese verschiedenen Ernährungsformen ethisch vertretbar und nachhaltig sind.
Für die Fächer Ethik/Philosophie und Religion kann Little Impacts genutzt werden, um Schüler*innen für ethische Fragen zum Umweltschutz zu sensibilisieren.
In der Primarstufe können die unterschiedlichen Beispiele aus dem Spiel genutzt werden, um gemeinsam mit den Schüler*innen über den Umgang mit Tieren, Natur und Umwelt sowie die Verantwortung der Menschen ihnen gegenüber zu diskutieren.
Durch die Rolle von Leah, die sich, im Gegensatz zu ihrem Vater, nicht der Verantwortung gegenüber der Umwelt entzieht, werden Spieler*innen durchgehend mit der Verantwortung, die jede*r Einzelne gegenüber dem eigenen Handeln, aber auch gegenüber der Natur besitzt, konfrontiert. So kann das Spiel unter anderem als interaktive, praktische Erfahrung hinsichtlich der Themen Verantwortung und Nachhaltigkeit oder als Überleitung zu Diskussionen über ethische und religiöse Fragen dienen: Wie sieht eine artgerechte Tierhaltung aus? Gibt es diese überhaupt? oder: Habe ich eine Verantwortung gegenüber der Natur? Und wenn ja: Was kann ich tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden?
Das Spiel bildet die Verantwortung des Menschen dabei in verschiedensten denkbaren alltäglichen Handlungssituationen ab – von der Mülltrennung über die Mobilität bis hin zur Investition in nachhaltige Projekte oder zur Ernährung.
Letztere Punkte können in der Sekundarstufe aufgegriffen, vertieft und hinsichtlich verschiedener Philosophien reflektiert werden: Ist die Haltung von Leahs Vater Rolf gegenüber dem Thema Nachhaltigkeit moralisch vertretbar oder zukunftsfähig? Wie würden unterschiedliche Philosoph*innen argumentieren? Sehen die Schüler*innen eigene Verhaltensmuster in der Handlung des Spiels abgebildet und wie bewerten sie diese aus ethischer Sicht?
Lehrer*innen können das Spiel gezielt zur Unterstützung der thematischen Einheiten einsetzen, indem theoretische Inhalte durch konkrete Aufgaben im Spiel praktisch erfahrbar gemacht werden. Das Spiel dient ebenso als Impuls für Diskussionen und fördert den Transfer des Gelernten in die reale Lebenswelt der Schüler*innen. Das Spiel unterstützt die Entwicklung eines fundierten Umweltbewusstseins und fördert die Fähigkeit, dieses Wissen in die Praxis umzusetzen und stellt somit ein wertvolles Instrument zur Vermittlung von Nachhaltigkeit im schulischen Kontext dar.